Cellitinnen_4_2024_final_Interaktiv
einfach
einfach wichtig
Betreuungskräfte in Seniorenhilfeeinrichtungen stellen mit ihren Angeboten die Teilhabe der Bewohner am gesellschaftlichen Leben sicher.
I ch ziehe nur in ein Pflegeheim, wenn es wirk lich nicht mehr anders geht.“ Hinter diesen Worten verbirgt sich die Angst, mit dem Einzug in ein Seniorenhaus vom Leben ausgeschlossen zu werden. Dabei wird oft verkannt, dass das Leben in den eigenen vier Wänden im Alter be schwerlicher sein kann. Die Gefahr der Vereinsa mung im häuslichen Bereich ist ungleich größer, besonders wenn der einzige Kontakt zur Außen welt nur die Mitarbeiter des ambulanten Pfle gedienstes sind. So ist es nicht erstaunlich, dass ältere Menschen in Seniorenhilfeeinrichtungen ihre Kräfte mobilisieren, neue Kontakte knüpfen und ihren Lebensmut wiederfinden können. Daran Anteil haben neben einer qualifizierten Pflege und den in Gesellschaft eingenommenen Mahlzeiten die vielen Betreuungsangebote in den Häusern. Verantwortlich für diese Angebote sind in der Seniorenhaus GmbH der Cellitinnen zur hl. Maria die Teams der Sozial-Kulturellen-Be treuung, kurz SKB genannt, in der MARIENBORN gGmbH die Mitarbeiter des sozialtherapeuti schen Dienstes (STD) und in den ehemaligen Al tenheimen der Franziskanerinnen, die seit 2023 zu einhundert Prozent zur Seniorenhaus GmbH gehören, die Mitarbeiter im Sozialen Dienst. Drei unterschiedliche Bezeichnungen, doch die Auf gaben dahinter sind die gleichen. Die Fachkräfte kommen in der Regel aus der Pädagogik und der Sozialarbeit und werden von Betreuungskräften nach §43b, die eine qualifizierte Zusatzausbil dung abgeschlossen haben, unterstützt. Zu den Aufgaben der Fachkräfte gehören die Planung und Durchführung von wöchentlich stattfindenden Gruppenangeboten wie Ge dächtnistraining, Sing- und Malkreise oder Be wegungsangebote. Darüber hinaus organisieren die Mitarbeiter saisonale Angebote zu Karneval, Ostern sowie in der Advents- und Weihnachts zeit. Sie planen und begleiten Bewohnerurlau be, Ausstellungen und Konzerte oder gestalten gemeinsame Tagesausflüge. Kooperationen mit Schulen, Kirchengemeinden oder Verei
nen öffnen den Bewohnern den Kontakt zur Außenwelt, insbesondere dann, wenn es keine Angehörigen gibt. Für demenziell veränderte Be wohner werden spezielle Angebote organisiert, denn auch bei einer Demenzerkrankung geht das Bedürfnis nach Kultur und gesellschaftlicher Teilhabe nicht automatisch verloren. Im Gegen teil: ein Museums-, Theater-, Kino- oder Konzert besuch können Schlüssel zur emotionalen Welt von Menschen mit Demenz sein. Für Schwerst pflegebedürftige entwickeln die Betreuungs kräfte spezielle Angebote für die Sinne mit Mu sik, Düften und Licht. Doch die Aufgaben der Mitarbeiter gehen über das reine Organisieren hinaus. Sie hören zu, trösten oder ermutigen Bewohner dazu, noch etwas zu wagen. Wer sich im sozialkulturellen Bereich engagiert, braucht Empathie, Organisa tionsgeschick, Geduld, Überzeugungskraft und Kreativität. Gezielte Fortbildungen, gerade zum Umgang mit demenziellen Veränderungen oder psychischen Erkrankungen, sind für die Mitar beiter sehr wichtig. Darüber hinaus bedienen sie Social-Media-Kanäle, sind Ansprechpartner für die ehrenamtlichen Mitarbeiter im Haus, halten Kontakte zu Vereinen und Schulen im Stadtvier tel oder Ort und pflegen die Dokumentation der Bewohnerdaten. (M.A., S.St.)
Mit Herz und vielen Ideen
Grafik: Getty Images
10
11
einfach Cellitinnen 04 | 24
04 | 24 einfach Cellitinnen
Made with FlippingBook - Online Brochure Maker