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einfach wichtig

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Nicht einfach nur sauber … Die Servicegesellschaften der Hospitalvereinigung stehen für Hygienekompetenz und Klinikservice.

Tafelspitz, Lilie oder Bischofsmütze? Hauswirtschaftskräfte vertiefen ihr Wissen beim Service-Training.

mit Herz und Seele dabei sein“, weiß Christine Birkenbeil, die den Haus service im Cellitinnen-Seniorenhaus Christinenstift in Unkel leitet. Der Austausch untereinander wurde als besonders bereichernd empfunden. „Ich habe die Idee des Schautellers mitgenommen“, sagt Melanie Rieck, Mitarbeiterin im Hausservice des Cel litinnen-Seniorenhauses Hermann Josef-Lascheid in Troisdorf-Spich. „So sehen unsere Bewohner besser, was es zu essen gibt.“ Auch auf in dividuelle Bedürfnisse wird gerne Rücksicht genommen: „Manchmal kommt ein Rollator mit an den Tisch – dann muss man flexibel reagieren und eben mal von links bedienen“, berichtet Neudecker. Nicht fehlen durften Tipps zur festli chen Gestaltung, denn an Sonn- und Feiertagen wird mit gefalteten Ser vietten eingedeckt – vom einfachen Tafelspitz über die elegante Lilie bis zur Bischofsmütze. Weihnachten markiert immer den Höhepunkt der Tischkultur in allen Einrichtungen mit allerlei Deko, Lichtern und auch far bigen Tischdecken: „Am schönsten ist es, wenn Bewohnerinnen und Be wohner den Raum betreten und ein fach ‚Wow!‘ sagen“, erzählt Wiesner. „Denn guter Service ist mehr als Rou tine, er ist eine Herzensangelegen heit, die den Alltag unserer Bewoh ner jeden Tag ein Stückchen schöner macht.“ (A.K.)

D ie Servicegesellschaften Pro Klin, KdA-Service und St. Josef sind Teil der Hospitalvereini gung der Cellitinnen und verantwor ten zentrale Aufgabenbereiche der hauswirtschaftlichen Leistungen in den Krankenhäusern. EinfachCellitin nen hat die drei Betriebsleitungen zu ihrer Arbeit befragt: Welches sind die Aufgabenbereiche der Cellitinnen-Servicegesellschaf ten? Dominik Schmidt: Unser Kernge schäft ist die Unterhaltsreinigung. Dazu gehören in den Krankenhäu sern die Reinigung der Stationen, aber auch der Eingangshallen und Wartezonen. Und aus hygienischer Sicht besonders anspruchsvoll sind die Intensiv- und OP-Bereiche sowie alle weiteren Funktions- und Behand lungsräume. Darüber hinaus übernehmen wir aber auch weitere Serviceleistungen, die für einen reibungslosen Klinikbe trieb unverzichtbar sind: interne Pa tiententransporte, Logistikleistungen

und Patientensicherheit in Einklang gebracht werden.

sowie Service in der Patientenver sorgung mit engem Bezug zum Wohl befinden der Patienten. Bei einem so breiten Aufgabenfeld, was sind die größten Herausforde rungen? Carolin Montag: Sauberkeit und Hygi ene werden sowohl objektiv als auch subjektiv bewertet. Objektiv sind kla re Hygiene- und Qualitätsstandards einzuhalten. Subjektiv wird Sauber keit immer auch durch den persönli chen Eindruck von Patienten, Besu chern und Mitarbeitenden geprägt. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, ist es notwendig, dass einge setzte Materialien und Verfahren kor rekt angewandt werden – auch bei häufig wechselndem Personal. Dazu sind kontinuierlich Schulungen, Ein arbeitungen und Qualitätskontrollen erforderlich. Hinzu kommt der steigende ökono mische Druck: Kosteneffizienz muss mit hoher Qualität und den wach senden Anforderungen an Hygiene

D ie Cellitinnen-Seniorenhäuser haben einen hohen Anspruch, wenn es um die Speisenver sorgung geht. Das wurde bei der Fort bildung ‚Das Einmaleins des Service‘ deutlich, an der Mitarbeiter aus vier Häusern teilnahmen. Unter der Lei tung von Mark Wiesner, Bereichsleiter Hausservice im Cellitinnen-Senioren haus St. Anna, gelernter Koch sowie Restaurantfachmann, drehte sich ei nen Tag lang alles um die Kunst des Servierens. „Es gehört beides zusammen: Gu tes Essen und eine freundliche Be dienung“, betont der Bereichsleiter. „Wenn der Service schlecht ist, hilft auch das beste Gericht nichts.“ Um das Zusammenspiel zu trainieren, ser vierten Wiesner und Norbert Neude cker, Mitarbeiter im Hausservice, den Teilnehmern ein Drei-Gänge-Menü und bauten Servierfehler ein, die die Teilnehmer erkennen mussten. Gar nicht so leicht für die erfahrenen

Hat sich die Arbeit in den letzten zehn Jahren verändert? Und wenn ja, was hat sich geändert und warum? Stefan Heinrich: Ja, unsere Arbeit hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Stetig veränderte gesetz liche Vorgaben, Hygienerichtlinien und Audits haben die Standards ver schärft. Dadurch sind Prozesse kom plexer und die Verantwortung größer geworden. Hinzu kommt der techni sche Fortschritt: Der Einsatz neuer Reinigungsverfahren, Maschinen und Materialien unterstützt die Effizienz, erfordert aber auch eine kontinuierli che Schulung des Personals. Die Leistungen der Servicegesell schaften gehen heute weit über ein fache Sauberkeit hinaus: Wir sichern Hygiene, tragen zur Patientenzufrie denheit bei und sorgen im Hinter grund für einen reibungslosen Klini kalltag.

Hauswirtschaftskräfte, sich absicht lich falsch zu verhalten.

Dabei ging es unter anderem um Ser vierregeln: Bedient wird grundsätz lich von rechts – außer bei Brot oder Salat, die meist links stehen. Und: Das Fleisch liegt auf dem Teller im mer Gast hin, um das Schneiden zu erleichtern. Kleine Details mit großer Wirkung – wie auch bei der saisonalen Besonderheit: „Beim Spargel zeigen die Köpfe zum Herzen des Gastes“, so der Fachmann schmunzelnd. Die Serviceformen – amerikanischer, russischer, englischer, französischer und deutscher Service – wurden be sprochen. Unter anderem wurden Tische festlich eingedeckt, Getränke und Speisenservice trainiert, Serviet ten gefaltet und fachmännisches Tel lertragen geübt.

„Unsere Bewohner sehen uns als Fa milienmitglieder, da muss man schon

Vielen Dank für das Gespräch! (S.B.)

Grafik: Getty Images

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