Cellitinnen_Gesamt_2_2026

einfach persönlich

einfach wichtig

Hedwig Robertine Brepohl mit Regionalleiter Dino Kierdorf

Tanzen war ihre Ledienschaft. Hier auf dem Bonner ‚Prinzenessen' 1958

Hedwig Robertine Brepohl (96) lässt uns in der Reihe ‚Erzählcafé‘ an ihrem Leben teilhaben.

Das ‚Ministerium für Angelegen heiten des Marshallplans 'war der Vorläufer des Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit

Frau Brepohl, Sie wurden 1930 in Bonn geboren. Ja, mein Elternhaus steht heute noch. Eine Grün derzeitvilla am Bonner Friedensplatz. Das Haus gehörte meinem Vater. Was machten Ihre Eltern beruflich? Meine Mutter führte den Haushalt, mein Vater die Geschäfte. Als ‚Privatier‘ kümmerte er sich um unsere Immobilien, die Einkommensquel le der Familie. Unser Leben war gutbürgerlich und bis zum Zweiten Weltkrieg auch sorgenfrei. Mein Vater engagierte sich, seit ich denken kann, ehrenamtlich. Das habe ich von ihm übernom men, aber dazu kommen wir später noch. Gingen Sie auch in Bonn zur Schule? Nein, meine Eltern schickten mich zu den Fran ziskanerinnen nach Nonnenwerth – vermutlich, damit die Ordensschwestern mich gut erziehen. Meine Eltern hatten in der Erziehung ihrer Toch ter eine sehr liberale Haltung; nur Pünktlichkeit

war ihnen wichtig. An die Zeit im Internat habe ich nur gute Erinnerungen. Um zur Volksschule zu kommen, mussten wir jüngeren Kinder jeden Morgen mit der Fähre den Rhein überqueren. Dort unterrichtete der Lehrer vier Jahrgänge in einem Klassenraum, das war damals normal. Ich erinnere mich noch an mein erstes Zeugnis: In Höflichkeit und Pünktlichkeit hatte ich eine Eins, in Benehmen und Ordentlichkeit eine Vier. Wie ging es nach der Volksschule für Sie weiter? Meine Eltern holten mich zurück nach Bonn und schickten mich auf eine weiterführende Schule. Dort erlebte ich die ersten Kriegsjahre. Als die Bombenangriffe zunahmen, wurde ich gemein sam mit meiner Mutter nach Arnsberg evaku iert. Später hielt ich mich öfter bei Verwandten in Osterode oder bei meiner Großmutter in Mastholte bei Rietberg auf. Dort war es so länd lich, dass die Pferde durch das Fenster direkt in das Plumpsklo hineinschauen konnten.

Als Kind bei der Oma auf dem Land

Das Leben lieben – mit Herz, Humor und einem Hauch Eigensinn

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