Cellitinnen_Gesamt_2_2026
einfach wichtig
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Nach einem Delir kehrt Dennis Shepherd ins Cellitinnen Krankenhaus St. Vinzenz zurück. Heute unterstützt er gemeinsam mit Ehrenamtlichen Menschen mit Demenz und Delir.
Vom Patienten zum Helfer
W enn Dennis Shepherd heute durch die Flure des St. Vinzenz geht, ist er nicht mehr Patient, sondern Helfer. Vor eini gen Jahren lag er selbst hier, nach einer Notopera tion, orientierungslos, gefangen in einer Welt, die für ihn real war, für alle anderen aber nicht. „Ich hatte den Bezug zur Realität verloren“, erinnert er sich. Nach der Operation war bei ihm ein Delir aufgetreten – eine akute Verwirrtheit, die viele Be troffene lange nicht einordnen können. Heute kehrt Shepherd an diesen Ort zurück: als ehrenamtlicher Helfer im Demenz- und Delirteam. Er begleitet Menschen, die Ähnliches erleben, und weiß, wie entscheidend kleine Gesten sein kön nen. „Die Kommunikation ist das Wichtigste“, sagt er. „Damit holt man die Menschen zurück.“ Das Demenz- und Delirteam erlebt im St. Vinzenz jeden Tag, wie wichtig genau diese Momente sind. Seit 2018 kümmert sich ein spezialisiertes Team aus Medizin, Pflege und Therapie gezielt um Pati entinnen und Patienten mit Demenz und Delir. Ein ganz besonderer Teil dieses Teams sind die Ehren amtlichen. Sie bringen etwas mit, das im Klinikall tag oft knapp ist: Zeit – und eine besondere Form der Zuwendung. Auch Erika Pauels schenkt genau diese Zeit. Mit 77 Jahren engagiert sie sich als ehrenamtliche Seniorenbetreuerin für Menschen mit Demenz und Delir. Sie begleitet zu Untersuchungen, hilft bei der Nahrungsaufnahme, führt Gespräche mit Angehörigen und gestaltet den Alltag der Patien tinnen und Patienten aktiv mit. Spaziergänge, klei ne Übungen oder einfach das Dasein im richtigen Moment – all das gibt Orientierung und Sicherheit.
Erika Pauels mit einer Delirpatientin
„Mein Ziel ist es, einen positiven Beitrag zum Le ben dieser Menschen zu leisten“, sagt sie. Beson ders berührend seien die Augenblicke, in denen Nähe entsteht. „Wenn ich spüre, wie dankbar je mand ist, dass da jemand ist, der die Hand hält.“ Manchmal sind es genau diese leisen Momente, die den größten Unterschied machen: eine ver traute Stimme, ein Lächeln, ein Stück Normalität in einer Ausnahmesituation. Für Menschen mit Demenz oder Delir kann ein Krankenhausaufent halt beängstigend sein. Gewohnheiten brechen weg, Orientierung geht verloren. Die beiden eh renamtlichen Mitarbeiter geben ein Stück davon zurück – mit Geduld, mit Empathie und mit Zeit. (K.M.)
Foto: bolle@multimediadesign.net
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