einfachCellitinnen_03_2025
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Vom OP-Flur aufs Siegertreppchen
„Die Schwestern brauchen jetzt unsere Unterstützung“ Ein Gespräch mit Stiftungsvorstand Thomas Gäde zum Spendenprojekt Amadi.
W enn er sich auf den Weg in den OP macht, geht es zunächst die Treppe hoch. „Aber hier renne ich nicht hoch, manchmal nehme ich sogar den Auf zug“, sagt er. Denn: „Ein gestresster Mitarbeiter, der außer Atem ist, hilft keinem Patienten.” Seit sieben Jahren bringt der aus gebildete Rettungssanitäter als OP Transportkraft die Patienten sicher und pünktlich in den OP. Sein einfa ches, aber wirksames Prinzip ist die Kommunikation: „Obwohl der Patient sieht, was ich mache, erkläre ich alles. Das ist praktisch wie in einer Koch sendung. Reden beruhigt und gibt Si cherheit“, sagt er. Sein persönlicher Patienten-Tipp ge gen Anspannung vor der OP passt auch zu seiner sportlichen Karriere: „Einfach laufen lassen! Loslassen und nicht gegen den Kontrollverlust an kämpfen.” Als Mitbegründer von ‚Towerrunning Germany e. V.‘ startet er regelmäßig bei Treppenlauf-Meisterschaften, bei denen es gilt, Türme oder Hochhäuser Sylvio Atmanspacher ist OP-Transportkraft im Cellitinnen- Krankenhaus St. Hildegardis – und erfolgreicher Profi Treppenläufer.
Sylvio Atmanspacher bei einem Wettkampf in Münster
Geben Sie Mädchen eine Perspektive! Unterstützen Sie unser Wohn- und Bildungsprojekt in Zentralafrika
Ja, genau das meine ich. Die Schwestern brauchen jetzt unse re Unterstützung. Und wenn wir schon nicht in den kongolesischen Dschungel fahren und dort eigen händig helfen können, könnten wir aber unseren Beitrag leisten und spenden. Wir sind knapp 14.000 Mitarbeiter im Gesamtunterneh men. Wenn jetzt jeder nur 5 € ge ben würde, hätten wir den benötig ten Betrag zusammen. Ich glaube fest daran, dass wir das zusammen schaffen werden.
Kollegen anwesend. Da lagen Flyer aus mit allen Informationen. Die hät te man mitnehmen und auch noch im Nachgang spenden können. Oder am besten noch weiterreichen. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbei ter auch in unserem Konzern haben natürlich ihre festen Spendenpro jekte und Mitgliedschaften. Dazu kommen aktuell zusätzlich viele humanitäre Katastrophen, für die Spendenaufrufe im Briefkasten lan den. Den meisten reicht das. Das mag sein. Mir ist natürlich be wusst, und ich respektiere es auch, dass Spenden als etwas Privates be trachtet wird, das den Arbeitgeber nichts angeht. Aber bei diesem Pro jekt ist das meines Erachtens etwas anderes. Ohne das Werk der Ordens schwestern gäbe es unser Unterneh men heute nicht. Das mag pathe tisch klingen, ist aber so. Sowohl Sie als auch ich hätten diesen Job nicht, den wir täglich sehr gerne tun. Und das verdanken wir auch den Ordens schwestern. Dieses ganze, mittler weile sehr große Unternehmen gäbe es nicht, wenn nicht vor vielen Jahr hunderten die Schwestern mit gro ßem Gottvertrauen und noch mehr Nächstenliebe ihre Arbeit begonnen hätten.
Getreu dem Leitgedanken der Celli tinnen ‚einfach da sein‘ möchten wir auch in einfachCellitinnen das Spen denprojekt der Schwestern der Celli tinnen nach der Regel des hl. Augusti nus in der Demokratischen Republik Kongo unterstützen. Wie in der letz ten Ausgabe berichtet, planen sie in Amadi ein Wohn- und Bildungspro jekt für Mädchen, wofür rund 110.000 Dollar benötigt werden. Jetzt möch ten wir wissen, wie viel wir bereits erreicht haben. Aktuell sind wir ungefähr bei einem Drittel der Summe. Dies verdanken wir vor allem einer richtig großen und zwei weiteren, größeren Spen den. Leider reicht dieser Betrag noch lange nicht aus. Das finde ich sehr be dauerlich. Das ist für den Zeitraum leider wirk lich noch nicht so viel. Woran liegt’s? Wissen die Menschen nicht ausrei chend Bescheid? Das kann nicht sein. Wir haben hier im Heft ausführlich berichtet. Gut, das hat vielleicht nicht jeder gelesen. Aber wir haben es außerdem in den internen Medien unserer Einrichtun gen publik gemacht. Und ich habe bei unserem großen Sommerfest am Lago Beach um Spenden gebeten. Da waren fast 2.500 Kolleginnen und Herr Gäde, könnten Sie uns zum ak tuellen Stand berichten?
so schnell wie möglich zu erklimmen. Dabei stand er bereits auf nationalen und internationalen Siegertreppchen. Was anderen endlos scheint, läuft er in Rekordzeit: 23 Etagen in 1,37 Minu ten, 41 Etagen in 4,36 Minuten. Sein beeindruckendster Lauf? „Das war in Chicago 2015! 103 Etagen schaffte ich in 14,14 Minuten. Aber da musste ich mich vorher erstmal 20, 30 Etagen warmlaufen”, meint er dazu. Unter Tausenden internationalen Teil nehmern lief er bereits Spitzenplätze: Platz 5 in Chicago, Platz 7 in Las Vegas. Ein besonderes Kapitel seiner Karriere schrieb er bei der Weltmeisterschaft in Doha, Katar. Dort kämpfte er sich 86 Stockwerke nach oben und erreichte Platz 1 in der Kategorie ‚Freizeitläufer‘. Ein Jahr später wurde er beim gleichen Lauf 21. in der Profi-Gruppe. Privat lebt der 49-Jährige im dritten Stock - ganz ohne Wettkampfstress. Für Atmanspacher ist klar: Egal ob Krankenhausflur oder Wolkenkratzer – wer hoch hinaus will, braucht Aus dauer, Timing und einen kühlen Kopf. Und genau das bringt er auf jeder Stu fe mit. (D.N.)
Vielen Dank für das Gespräch! (S.B.)
Infos zum Projekt:
www.cellitinnenhaeuser.de/ projekt-amadi
Spendenkonto: Augustinerinnen Köln, Severinstr. e. V. IBAN: DE39 3706 0193 0036 2000 14 Verwendungszweck: Mädchenwohnheim Amadi
Direkt zum Spendenkonto:
Und Sie meinen, dafür schulden wir ihnen auch heute noch etwas?
Atmanspacher mit einem Patienten auf dem Weg in den OP
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