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D er Tod gehört untrennbar zum Leben dazu. Physio logisch betrachtet altern wir jeden Tag und Zellen sterben in unserem Körper ab. Aber was geschieht in unserem Körper, wenn der Tod absehbar ist? Trotz indi vidueller Sterbeprozesse gibt es rein körperlich Phasen des Sterbens, die wir durchlaufen, wenn wir nicht durch plötzli ches Herzversagen oder einen Unfall buchstäblich aus dem Leben gerissen werden. Diese sogenannte Finalphase setzt einige Tage bis wenige Stunden vor dem Tod ein. Ein erstes Anzeichen ist oft, dass der Mensch viel schläft. Der Körper fährt nach und nach den Stoffwechsel zurück, Hunger- und Durstgefühle verschwinden. Dieses langsame Austrocknen des Körpers ist Voraussetzung für die Aus schüttung von schmerzlindernden Stoffen im Gehirn. Des halb ist es wichtig, den Sterbenden nicht zum Essen oder Trinken zu zwingen. Die Durchblutung verschlechtert sich und die Körpertemperatur fällt. Die Atmung wird flacher und unregelmäßig. Im fortgeschrittenen Stadium kommt ein Rasseln der Lungen hinzu. Während dies den Anwesen den häufig Angst macht, ist es für den sterbenden Men schen keine tatsächliche Belastung und bedeutet nicht, dass der Sterbende droht zu ersticken. Auch das Gesicht verändert sich. Oft ist zu beobachten, wie dieses kurz vor dem Tod spitzer wird und es bildet sich ein sogenanntes weißes ‚Todesdreieck‘ um den Mund und die Nase. Hände und Füße werden schlechter durchblutet, da sich der Körper auf die Funktionen von Lunge, Herz und Gehirn beschränkt. Dadurch werden die Extremitäten kalt und verfärben sich bläulich. Allmählich lässt die Hirnfunktion nach und das Bewusstsein nimmt ab. Häufig kehren sich die sterbenden Menschen in der letzten Phase nach innen und nehmen ihre Umwelt kaum noch wahr. Es kann auch vorkommen, dass Menschen während der letzten Stunden vor ihrem Tod motorisch unruhig werden oder halluzinie ren. Auch das ist kein Zeichen von Schmerzen, sondern Teil des Prozesses. Neben den äußeren Todeszeichen finden im Körperin neren ebenfalls entscheidende Prozesse statt. Nach und nach stellen auch die Organe ihre Funktion ein. Neben den Verdauungsorganen hören die Nieren und die Leber auf zu arbeiten, Giftstoffe können nicht mehr ausgeschieden werden und führen zu einer langsamen Vergiftung des Kör pers. Der Sterbende gleitet in einen tiefen, schlafähnlichen Zustand, der durch Halluzinationen unterbrochen werden kann. Langsam lässt dann auch der Herzschlag nach und wird unregelmäßig. Wenn das Herz schließlich ganz stehen bleibt, werden die Zellen des Körpers nicht mehr mit Sau erstoff versorgt und nach einigen Minuten sterben die Hirn zellen ab. Der Mensch ist tot. (S.B.)

Buchtipp

Was geschieht am Ende unseres Lebens?

Roland Schulz: So sterben wir. Unser Ende und was wir darüber wissen sollten.

Verlag Piper ISBN-10: 3492055680

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